Dieser Beitrag enthält Werbung in Form von Amazon-Partnerlinks. Sie sind als solche gekennzeichnet. Stand aller Angaben: 18. September 2026.
AVM hat zur IFA 2026 ungewöhnlich viel auf einmal gezeigt: eine kombinierte DSL- und Glasfaserbox, eine Box für XGS-PON mit 10 Gigabit, ein 5G-Modell, einen neuen Spitzenrepeater und dazu FritzOS 8.50. Wer die Meldungen gelesen hat, weiß seitdem, dass es neue Geräte gibt. Was er meistens nicht weiß: welches davon zu seinem Anschluss passt, was davon überhaupt schon zu kaufen ist, und ob sich der Wechsel für ihn lohnt.
Genau diese drei Fragen beantwortet dieser Beitrag. Und er beantwortet eine vierte, die in Kauflisten grundsätzlich fehlt: wann du getrost bei deinem alten Gerät bleibst.
Die kurze Antwort
Kaufbar ist von den Neuheiten aktuell im Wesentlichen eine einzige Box, die 6690 Pro für Kabelanschlüsse. Die meistbeachtete Neuvorstellung, die DSL- und Glasfaser-Kombibox 7-90, kommt zuerst über Provider und ist im freien Handel erst für Anfang 2027 angekündigt. FritzOS 8.50 ist noch nicht final. Wer also nicht gerade einen Kabelanschluss modernisiert oder ein defektes Gerät ersetzt, hat derzeit keinen Grund zur Eile, und das ist eine völlig legitime Erkenntnis.
Angekündigt ist nicht lieferbar
Das ist der Punkt, an dem fast alle Übersichten ungenau werden. Deshalb zuerst die Bestandsaufnahme, sortiert nach dem, was du heute tatsächlich bestellen kannst.
| Modell | Für welchen Anschluss | Status im September 2026 |
|---|---|---|
| FRITZ!Box 6690 Pro | Kabel (DOCSIS) | Im Handel seit 1. September 2026, UVP 429 Euro |
| FRITZ!Box 5690 Pro | Glasfaser und DSL | Lieferbar |
| FRITZ!Box 5690 | Glasfaser | Lieferbar |
| FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 | DSL und Glasfaser kombiniert | Angekündigt, zunächst über Provider, freier Verkauf erst Q1 2027 |
| FRITZ!Box 5630 XGS | XGS-PON bis 10 Gbit/s | Angekündigt, aktuell keine Anbieter gelistet |
| FRITZ!Box 6835 5G | Mobilfunk | Angekündigt, kein Preis, kein Termin |
| FRITZ!Repeater 6700 Pro | WLAN-Erweiterung | Angekündigt, kein Preis, kein Termin |
Wenn du also gerade liest, die 7-90 sei die neue Allzweckbox für DSL und Glasfaser: Das stimmt technisch, ändert aber nichts daran, dass du sie im Laden nicht bekommst. Für Anschlusswechsel in den nächsten Monaten planst du besser mit den Modellen aus den oberen drei Zeilen.
Welche Box zu welchem Anschluss passt
Die Modellnummern sind für Außenstehende kaum zu entschlüsseln, deshalb hier die Zuordnung nach dem, was an der Wand hängt.
Kabelanschluss
Hier ist die Lage am einfachsten, weil die 6690 Pro als einzige Neuheit wirklich verfügbar ist. Sie funkt im Triband mit bis zu 12,2 Gigabit brutto, bringt DECT und Zigbee für Smart Home mit und kann als Besonderheit das Kabel-TV-Signal als IPTV beziehungsweise per SAT über IP ins Heimnetz weiterreichen, bis zu vier frei empfangbare Programme gleichzeitig. Das ist in Wohngebäuden ein echtes Argument, im Büro eher nicht.
FRITZ!Box 6690 Pro
- Einzige der IFA-Neuheiten, die tatsächlich im Handel ist
- Triband-Wi-Fi 7 inklusive 6-GHz-Band, dazu DECT und Zigbee
- Kann Kabel-TV als IPTV ins Heimnetz streamen
- Nur sinnvoll am Kabelanschluss, an DSL oder Glasfaser nutzlos
Glasfaser
Für klassische Glasfaseranschlüsse mit GPON oder AON sind die 5690 Pro und die 5690 die lieferbaren Geräte. Die Pro-Variante beherrscht zusätzlich DSL und ist damit die richtige Wahl, wenn ein Anschlusswechsel erst noch ansteht oder ein DSL-Rückfallweg gewünscht ist.
Anders sieht es bei XGS-PON aus, also den Anschlüssen mit bis zu 10 Gigabit. Dafür ist die 5630 XGS vorgesehen, die aktuell nirgends gelistet ist. Interessant an ihr ist ein Detail, das im Marketing untergeht: Sie lässt sich ausdrücklich auch hinter einem externen ONT betreiben. Für Firmen, die vom Provider ohnehin ein Medienkonverter-Gerät gestellt bekommen, ist das die relevante Information.
FRITZ!Box 5690 Pro
- Deckt Glasfaser und DSL ab, überlebt also einen Anschlusswechsel
- Heute lieferbar, im Gegensatz zur angekündigten 7-90
- Wer auf die 7-90 wartet, bekommt später mehr Funkleistung fürs Geld
Reicht reines Glasfaser ohne DSL-Option, ist die günstigere FRITZ!Box 5690 die passende Stufe darunter.
DSL
Am DSL-Anschluss ist die ehrlichste Empfehlung derzeit: abwarten. Die 7-90 ist genau für diesen Fall gebaut, kommt aber erst. Wer jetzt zwingend ersetzen muss, greift zur 5690 Pro. Wer nur über ein Upgrade nachdenkt, verliert durch Warten nichts, weil DSL-Anschlüsse ohnehin nicht schneller werden.
Mobilfunk
Die 6835 5G soll bis zu 2 Gigabit im Download schaffen und Wi-Fi 7 mitbringen. Sie ist weder bepreist noch terminiert. Eine Zahl, die kursiert, sei hier ausdrücklich als das gekennzeichnet, was sie ist: Die Schätzung von 250 bis 350 Euro stammt nicht von AVM.
Die 10-Gigabit-Falle
Wenn in dieser Generation von schnellen Anschlüssen die Rede ist, lohnt ein genauer Blick auf die Ports, und zwar aus zwei Gründen.
Erstens: Die 7-90 hat keinen 10-Gigabit-Port. AVM spricht von Multi-Gigabit, konkret sind es zwei Anschlüsse mit 2,5 Gigabit und zwei mit einem Gigabit. Das ist für die allermeisten Umgebungen völlig ausreichend, aber es ist eben nicht das, was viele beim Wort Multi-Gigabit erwarten.
Zweitens: Die 5630 XGS hat genau einen 10-Gigabit-Port, und der ist doppelt belegt. Er dient als WAN- und als LAN-Anschluss. Wer also einen 10-Gigabit-Internetanschluss hat und die Bandbreite auch im Netz nutzen will, braucht dahinter zwingend passende Hardware. Ein einzelner schneller Port an der Box nützt nichts, wenn der Switch dahinter mit einem Gigabit arbeitet. Diese Rechnung geht regelmäßig schief, weil der Anschluss stimmt und die Messung trotzdem enttäuscht.
Der Einstieg in schnelles internes Netz ist deshalb meist kein neuer Router, sondern ein Switch. Für die 2,5-Gigabit-Ports der neuen Boxen reicht ein einfacher unmanaged Switch völlig aus.
TP-Link TL-SG108-M2, 8 Ports mit 2,5 Gigabit
- Lüfterlos, damit auch im Büroraum unauffällig
- Keine Konfiguration nötig, einstecken genügt
- Unmanaged, also keine VLANs. Für Netztrennung brauchst du ein managed Modell
Braucht es wirklich 10 Gigabit im internen Netz, etwa zu einem NAS, sind der TP-Link TL-SX105 mit fünf Ports oder der TRENDnet TEG-S708 mit acht Ports die passenden Stufen. Wichtig ist dabei die Verkabelung: Für 10GBase-T über längere Strecken brauchst du geschirmtes Cat-6a-Kabel, ein altes Cat-5e-Kabel aus der Schublade reicht dafür nicht zuverlässig. Wer die Strecke selbst auflegt, findet die nötigen Werkzeuge in unserem Werkzeugkoffer für IT-Techniker, vom Anlegewerkzeug bis zum Kabeltester.
FritzOS 8.50: gut, aber noch nicht da
Die Softwareseite ist für viele interessanter als die Hardware, weil sie bestehende Geräte betrifft. FritzOS 8.50 bringt drei Dinge, die im Alltag etwas ändern:
Ein DNS-Filter für das gesamte Heimnetz. Unerwünschte Domains werden zentral geblockt, ohne Installation auf den Endgeräten. Das ist ein sinnvoller Grundschutz, aber kein Ersatz für Endpoint-Sicherheit. Wer das Prinzip in größer und mit eigenen Listen will, ist weiterhin mit einer separaten Lösung besser bedient, wie wir sie im Beitrag zum DNS-Werbeblocker Pi-hole beschrieben haben.
Automatische Priorisierung. Die Box erkennt Videokonferenzen und bevorzugt sie, ohne dass jemand eine Regel anlegt. Für kleine Büros ohne eigenes Netzwerkmanagement ist das der praktischste Teil des Updates.
Erweiterter Failsafe. Mobilfunkboxen können als Rückfallweg für das Festnetz dienen. Für Standorte mit unzuverlässigem Anschluss ist das ein echter Zugewinn.
Der Haken: Stand Mitte September 2026 ist FritzOS 8.50 keine fertige Version. Es läuft als FRITZ!Labor-Vorabversion auf über zwanzig Geräten, final ausgeliefert wurde es bislang nur für das FRITZ!Smart Gateway. Einen Termin für die Endfassung hat AVM nicht genannt. Wer also liest, die neuen Funktionen seien da, sollte das als Ausblick lesen, nicht als Bestandsaufnahme. Auf einem produktiven Bürogerät hat eine Laborversion nichts verloren.
Wann die Fritzbox im Unternehmen an ihre Grenze kommt
Als Dienstleister sehen wir beide Extreme: Firmen, die für fünf Arbeitsplätze eine Firewall-Appliance betreiben, die sie nicht pflegen können, und Firmen, die mit einer Consumer-Box Strukturen abbilden wollen, für die sie nie gedacht war.
Eine Fritzbox ist im Kleinbüro völlig in Ordnung, solange drei Bedingungen gelten: Es gibt genau ein internes Netz plus vielleicht ein Gäste-WLAN, niemand fordert eine belastbare Protokollierung, und der Fernzugriff beschränkt sich auf wenige Personen. Unter diesen Bedingungen ist sie sogar die bessere Wahl, weil sie wartungsarm ist und Updates automatisch kommen.
Der Wechsel ist fällig, sobald einer dieser Punkte kippt:
- Mehrere getrennte Netzbereiche mit eigenen Regeln. Produktion, Verwaltung, Gäste und IoT gehören auseinander. Das Gäste-WLAN der Fritzbox ist eine Trennung, aber keine Segmentierung.
- Nachvollziehbare Protokollierung. Wer im Nachhinein belegen muss, welche Verbindung wann bestand, braucht Logs, die zentral auflaufen und aufbewahrt werden.
- Standortübergreifende Verbindungen. Sobald mehrere Standorte dauerhaft gekoppelt werden, wird es mit Consumer-Hardware unübersichtlich.
- Feingranulare Regeln. Freigaben, die nur für bestimmte Quellen gelten sollen, lassen sich sauber nur auf einer richtigen Firewall abbilden.
Der gute Kompromiss dafür ist kein Entweder-oder: Die Fritzbox bleibt als Modem am Anschluss, dahinter übernimmt eine kleine Appliance mit OPNsense oder pfSense das Routing und die Regeln. Wie das praktisch aussieht, haben wir im Beitrag zu pfSense auf Mini-PCs beschrieben. Warum diese Trennung gerade wichtiger wird, zeigt der Beitrag zum ersten gemeldeten Angriff durch einen KI-Agenten: Flache Netze sind genau die Struktur, in der sich ein automatisierter Angreifer am schnellsten ausbreitet.
WLAN erweitern statt Box tauschen
Der häufigste Grund für einen Boxwechsel ist in Wahrheit kein Anschlussproblem, sondern schlechte Funkabdeckung. Das ist der teuerste Weg, ein Ausleuchtungsproblem zu lösen, denn eine neue Box am selben Standort funkt durch dieselben Wände. Günstiger und wirksamer ist ein Repeater oder ein zweiter Zugangspunkt am richtigen Ort.
FRITZ!Repeater 6000
- Triband, bremst das Netz also nicht aus wie einfache Repeater
- 2,5-Gigabit-LAN, passt zu den Multi-Gigabit-Ports der neuen Boxen
- Per Kabel angebundene Zugangspunkte sind und bleiben die bessere Lösung
Die günstigere Stufe darunter ist der FRITZ!Repeater 3000 AX, ebenfalls Triband, aber ohne schnellen LAN-Port. Bevor du irgendetwas kaufst, lohnt allerdings ein Blick auf die Platzierung: Wie man Funkabdeckung planvoll angeht statt mit Versuch und Irrtum, steht in unserem Beitrag zur WLAN-Planung im Büro.
Netzwerk planen lassen statt weiter nachrüsten
Wenn die dritte Ergänzung das Problem immer noch nicht löst, liegt es meist nicht am Gerät. Wir planen Verkabelung, Funkabdeckung und Segmentierung für kleine und mittlere Standorte, herstellerunabhängig.
Netzwerk-Leistungen ansehenWer beim alten Modell bleiben kann
Dieser Abschnitt fehlt in praktisch jeder Kaufberatung, obwohl er für die Mehrheit der Leser der zutreffende ist.
Dein Anschluss ist langsamer als dein aktuelles WLAN. Bei einem Anschluss mit 100 oder 250 Mbit/s ändert Wi-Fi 7 nichts an der Geschwindigkeit ins Internet. Der Flaschenhals sitzt vor der Box, nicht dahinter.
Deine Geräte können kein Wi-Fi 7. Notebooks und Telefone, die älter als zwei Jahre sind, unterstützen es meist nicht. Ein Standard, den niemand im Haus spricht, bringt keinen Vorteil.
Dein Modell bekommt weiterhin Updates. AVM versorgt seine Geräte ungewöhnlich lange. Solange FritzOS-Updates kommen, ist ein Wechsel aus Sicherheitsgründen nicht nötig. Wer noch eine 7590 AX betreibt, findet in unserem Beitrag zum Upgrade auf die 7590 AX die Einordnung, was dieses Gerät heute noch leistet.
Dein Problem ist die Abdeckung. Dann ist ein Repeater oder ein Zugangspunkt die Lösung, nicht eine neue Box.
Ein sinnvoller Zukauf ohne Boxwechsel ist dagegen Smart-Home-Zubehör, das direkt per DECT an jeder Fritzbox läuft, ohne zusätzliche Bridge.
FRITZ!DECT 210, Outdoor-Steckdose
Schaltbar per App, misst den Verbrauch und läuft ohne Bridge an jeder Fritzbox mit DECT. Spritzwassergeschützt, also auch für Außensteckdosen geeignet.
Bei Amazon ansehenHäufige Fragen
Welche der neuen Fritzboxen kann ich heute schon kaufen?
Im Wesentlichen nur die 6690 Pro für Kabelanschlüsse, im Handel seit dem 1. September 2026. Die 7-90 kommt zuerst über Provider, freier Verkauf erst im ersten Quartal 2027. Für 5630 XGS, 6835 5G und den Repeater 6700 Pro gibt es weder Preis noch Termin.
Hat die 7-90 einen 10-Gigabit-Port?
Nein. Es sind zwei Ports mit 2,5 Gigabit und zwei mit einem Gigabit. Einen 10-Gigabit-Port hat nur die 5630 XGS, und dieser dient dort gleichzeitig als WAN- und LAN-Anschluss.
Bekomme ich FritzOS 8.50 auch ohne neue Hardware?
Voraussichtlich ja, für viele bestehende Modelle. Aktuell ist es aber noch nicht final, sondern läuft als Laborversion. Einen Termin für die Endfassung hat AVM nicht genannt.
Lohnt sich Wi-Fi 7 im Kleinbüro?
Nur wenn die Endgeräte es unterstützen und der Anschluss schnell genug ist. Achte zusätzlich darauf, ob das Modell überhaupt das 6-GHz-Band mitbringt, denn mehrere der neuen Geräte funken nur im Dualband.
Wann reicht eine Fritzbox im Unternehmen nicht mehr?
Sobald mehrere getrennte Netzbereiche, belastbare Protokollierung oder standortübergreifende Verbindungen gefordert sind. Dann gehört eine dedizierte Firewall dahinter, während die Fritzbox als Modem weiterläuft.
Was bringt der DNS-Filter?
Er blockt unerwünschte Domains zentral fürs ganze Netz, ohne Installation auf den Geräten. Ein sinnvoller Grundschutz, aber kein Ersatz für Endpoint-Sicherheit.
Fazit
Die neue Generation ist technisch überzeugend und in weiten Teilen schlicht noch nicht kaufbar. Wer einen Kabelanschluss hat, bekommt mit der 6690 Pro heute ein rundes Gerät. Wer an DSL oder Glasfaser sitzt und nicht unter Zugzwang steht, wartet auf die 7-90 und verliert dabei nichts.
Der wichtigste Satz für die meisten Leser steht aber im vorletzten Abschnitt: Wenn der Anschluss langsamer ist als das WLAN, wenn die Endgeräte den neuen Standard nicht sprechen oder wenn das eigentliche Problem die Abdeckung ist, dann ist die neue Box die teuerste Art, nichts zu verbessern.
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