Ein einzelner Entwickler veröffentlicht innerhalb weniger Tage Nachbauten von Photoshop, Illustrator, Premiere Pro, Lightroom, After Effects, InDesign und Acrobat, kurz darauf folgen Word, Excel und PowerPoint. Alles kostenlos, alles quelloffen, geschrieben größtenteils von einer KI. Das Projekt heißt ArtCraft und beherrscht seit Anfang Oktober 2026 die Tech-Schlagzeilen. Wir haben uns angesehen, was dahintersteckt, was die Programme heute wirklich können und was das für Unternehmen bedeutet, die gerade über ihre Adobe- und Microsoft-Abos nachdenken.
Das Wichtigste vorab: ArtCraft ist echt, der Quellcode ist öffentlich und die Programme lassen sich installieren. Ein Ersatz für die Originale sind sie Stand heute nicht. Der Hersteller selbst spricht von einer frühen Alpha, und die ersten Tests bestätigen das deutlich.
Was ist ArtCraft?
ArtCraft gibt es schon länger. Das Hauptprojekt startete als Open-Source-Studio für steuerbare KI-Bild- und Videoerzeugung, das GitHub-Repository dazu existiert seit 2022 und kommt inzwischen auf rund 25.000 Sterne. Hinter dem Projekt steht das Unternehmen Storyteller, das Gesicht dazu ist der Entwickler Brandon Thomas aus Atlanta. Er beschreibt sich als Softwareentwickler mit 15 Jahren Berufserfahrung, davon rund zehn Jahre mit der Programmiersprache Rust.
Neu ist die Wendung von Ende September 2026. Am 30. September und 1. Oktober tauchten auf GitHub sieben neue Repositories auf, jedes ein Nachbau einer bekannten Adobe-Anwendung. Thomas nennt sie die Craft Apps. Eine Woche später, am 7. Oktober, kamen Nachbauten von Microsoft Word, Excel und PowerPoint dazu, außerdem ein Audio-Programm nach dem Vorbild von Avid Pro Tools und ein CAD-Programm im Stil von AutoCAD.
Als Auslöser nennt Thomas seinen Ärger über Adobes Kündigungsgebühren. Das Thema hat einen realen Hintergrund: Am 13. März 2026 gab das US-Justizministerium einen Vergleich über 150 Millionen US-Dollar bekannt. Adobe war vorgeworfen worden, Gebühren für die vorzeitige Kündigung im Kleingedruckten versteckt und die Kündigung selbst unnötig erschwert zu haben. Die Summe teilt sich in 75 Millionen Dollar Zivilstrafe und 75 Millionen Dollar an kostenlosen Leistungen für Kunden. Ein Schuldeingeständnis ist damit nicht verbunden.
Diese Programme gehören dazu
| Craft App | Vorbild | Einsatzzweck | GitHub-Sterne* |
|---|---|---|---|
| PhotoCraft | Adobe Photoshop | Bildbearbeitung mit Ebenen, Masken, Einstellungsebenen | ca. 57.500 |
| PdfCraft | Adobe Acrobat Pro | PDF anzeigen, bearbeiten, zusammenführen, verschlüsseln | ca. 12.600 |
| FilmCraft | Adobe Premiere Pro | Videoschnitt mit Mehrspur-Timeline und Farbkorrektur | ca. 12.400 |
| LightCraft | Adobe Lightroom | RAW-Entwicklung und Fotoverwaltung | ca. 11.900 |
| WordCraft | Microsoft Word | Textverarbeitung | ca. 10.900 |
| VectorCraft | Adobe Illustrator | Vektorgrafik | ca. 8.400 |
| EffectCraft | Adobe After Effects | Motion Graphics und Compositing | ca. 6.200 |
| GridCraft | Microsoft Excel | Tabellenkalkulation | ca. 4.400 |
| CADCraft | Autodesk AutoCAD | CAD und technisches Zeichnen | ca. 4.100 |
| DesignCraft | Adobe InDesign | Layout und Satz | ca. 3.700 |
| DeckCraft | Microsoft PowerPoint | Präsentationen | ca. 2.900 |
| SoundCraft | Avid Pro Tools | Audiobearbeitung | ca. 2.500 |
* Stand 13.10.2026, direkt bei GitHub abgefragt. Sterne zeigen Aufmerksamkeit, keine Qualität. Dazu kommt mit FigCraft ein Werkzeug für Interface-Design und Prototyping.
Eine Verwechslungsgefahr gleich vorweg: Der Acrobat-Nachbau lief in den ersten Meldungen unter dem Namen PrintCraft, im Repository und auf der Website heißt er PdfCraft. Gemeint ist dasselbe Programm.
So ist die Software entstanden
Der eigentliche Grund für die Aufregung ist die Entstehung. Die Programme wurden nach Angaben des Entwicklers mit Claude Opus 5.5 von Anthropic geschrieben, und zwar mit mehreren KI-Agenten, die parallel arbeiten. Auswertungen der Commit-Historie zufolge nennen rund 77 Prozent der Änderungen in den sieben Adobe-Nachbauten das Modell als Mitautor. In der Szene heißt diese Arbeitsweise Vibe-Coding: Der Mensch gibt Richtung und Prüfung vor, den Code schreibt die Maschine.
Technisch fällt die Wahl auf Rust, eine Sprache, die ganze Klassen von Speicherfehlern von vornherein ausschließt. Die Programme laufen nativ unter Windows, macOS und Linux, einzelne zusätzlich unter FreeBSD, und über WebAssembly auch direkt im Browser. Für PhotoCraft gibt es Installer als DMG und MSI sowie AppImage, Flatpak und Pakete für Debian, Ubuntu und RPM-Distributionen.
Thomas betont, es handle sich um Clean-Room-Nachbauten: umgesetzt allein anhand öffentlicher Spezifikationen und des beobachteten Verhaltens der Originale, ohne fremden Code, Shader oder Grafiken. Bemerkenswert ist, wie viel dabei selbst gebaut wurde. FilmCraft bringt nach Projektangaben eigene Implementierungen für H.264, HEVC, ProRes, VP9, AAC und Opus mit und kommt ohne FFmpeg aus. LightCraft enthält einen eigenen RAW-Decoder.
Lizenziert ist alles doppelt unter MIT oder Apache 2.0, also unter zwei der freizügigsten Open-Source-Lizenzen. Du darfst die Programme kostenlos nutzen, auch gewerblich, und brauchst dafür kein Konto.
Was die Programme heute können
Auf dem Papier ist der Umfang beeindruckend. PhotoCraft listet 67 Werkzeuge, 16 Arten von Einstellungsebenen, Ebenenstile, Smartobjekte und einen Filterkatalog mit Live-Vorschau. Photoshop-Dateien im Format PSD und PSB werden gelesen und geschrieben. In der eigenen Testsammlung des Projekts werden 307 von 309 Dateien nach dem Öffnen und Speichern identisch dargestellt.
FilmCraft bringt Quell- und Programmmonitor, Dreipunktschnitt, Trimmwerkzeuge und eine Farbkorrektur mit Kurven, Farbrädern und Messinstrumenten mit. DesignCraft setzt Absätze mit dem aus dem Buchsatz bekannten Knuth-Plass-Verfahren und gibt druckfertige PDF-Dateien mit Beschnitt und Sonderfarben aus. Für den Umstieg sind Austauschformate vorgesehen, etwa IDML bei DesignCraft sowie XML und AAF bei FilmCraft. Projektdateien von After Effects kann EffectCraft dagegen nicht öffnen.
Auffällig ist ein weiterer Punkt: Die Programme sind von Anfang an darauf ausgelegt, von KI-Agenten bedient zu werden. Neben der Oberfläche gibt es eine Kommandozeile, JSON-Schnittstellen und MCP-Server.
Wo es hakt: die ersten Tests
So weit die Selbstauskunft. Wer die Programme ausprobiert hat, berichtet ein deutlich nüchterneres Bild.
- PhotoCraft: Das Werkzeug Frei transformieren verhielt sich in einem viel zitierten Test unberechenbar, ließ sich nicht sauber beenden und machte sich teils selbst rückgängig. Andere Tester melden einen nicht funktionierenden Gaußschen Weichzeichner sowie Probleme bei der Ebenenverwaltung, im Farbmanagement und beim Speichern bestimmter Bildformate.
- LightCraft: Nicht alle RAW-Formate werden gelesen, darunter Canons aktuelles CR3. Das Programm zeigt dann nur die eingebettete JPEG-Vorschau statt der eigentlichen Rohdaten. Für Fotografen ist das ein Ausschlusskriterium.
- FilmCraft: Tester vermissen grundlegende Funktionen der Videobearbeitung.
- Office-Nachbauten: Beobachter auf Hacker News beschreiben sie als äußerst fehlerbehaftet.
Eine Einschätzung beziffert die Tauglichkeit von PhotoCraft für den professionellen Alltag auf 25 bis 35 Prozent. Das Projekt widerspricht dem nicht einmal. In der Dokumentation von PhotoCraft steht sinngemäß: Ein großer Teil der Photoshop-Funktionen existiert in irgendeiner Form, ein Ersatz für die tägliche professionelle Arbeit ist das Programm aber noch nicht. Als größte Lücken nennt das Projekt generative KI-Funktionen, 15 fehlende Werkzeuge, fortgeschrittene Typografie und die Kompatibilität mit Plugins.
Auch die Zeitplanung hat sich schon verschoben. Zum Start kündigte Thomas an, innerhalb eines Monats den vollen Funktionsumfang der Originale zu erreichen. Nach Widerspruch aus der Entwicklergemeinde korrigierte er: 99 Prozent würden eine Weile dauern, er rechne aber in Monaten und nicht in Jahren. Fehler will er mit weiterem massivem KI-Einsatz beheben, dazu gibt es Prämien für gemeldete Fehler und Vergütungen für Mitwirkende.
Alpha-Software, die deine Dateien liest und zurückschreibt, kann sie beschädigen. Arbeite beim Ausprobieren ausschließlich mit Kopien und nie mit dem einzigen Exemplar einer Kundendatei, eines Druckauftrags oder einer Fotosammlung.
Wie finanziert sich das Ganze?
Die Craft Apps selbst kosten nichts. Geld verdienen will das Projekt mit seinem ursprünglichen Produkt, dem KI-Studio für Bilder und Videos. Wer dort Bilder oder Clips erzeugt, bezahlt dafür mit Tokens, und diese KI-Funktionen tauchen neben Modellen anderer Anbieter auch in den Craft Apps auf. Die Bezahlpläne auf der Website gehören also zum KI-Studio und nicht zu den Programmen.
Das Modell ist nachvollziehbar, hat aber eine Schwachstelle: Die Weiterentwicklung von einem Dutzend großer Anwendungen hängt an den Einnahmen eines anderen Produkts und an der Motivation eines kleinen Teams. Thomas hält dagegen, das Projekt sei finanziert und werde von einem Team aus Filmemachern und Entwicklern getragen.
Ist das überhaupt erlaubt?
Die Frage stellt sich sofort, denn die Oberflächen sehen den Originalen zum Verwechseln ähnlich. Juristisch muss man drei Ebenen trennen.
- Funktionen nachbauen: Grundsätzlich zulässig. Der Europäische Gerichtshof hat 2012 entschieden, dass die Funktionalität eines Computerprogramms nicht urheberrechtlich geschützt ist. Wer ein Programm beobachtet und sein Verhalten eigenständig neu schreibt, verletzt damit kein Urheberrecht am Code.
- Aussehen nachbauen: Hier wird es heikel. Grafische Elemente einer Oberfläche können geschützt sein, und in den USA kommen Ansprüche aus dem Schutz der Aufmachung hinzu, wenn Gestaltung und Bedienung zu nah am Original liegen.
- Patente und Marken: Adobe hält zahlreiche Patente auf einzelne Softwarefunktionen. Ob einzelne Nachbauten davon berührt sind, hat bisher niemand unabhängig geprüft.
Wichtig für die Einordnung: Dass die Nachbauten rechtlich sauber sind, behauptet bislang allein das Projekt. Eine unabhängige Prüfung gibt es nicht. Adobe und Microsoft haben sich öffentlich nicht geäußert, rechtliche Schritte sind nicht bekannt. Für dich als Anwender ist das Risiko überschaubar, für die Zukunft des Projekts ist es eine offene Flanke.
Die Sicherheitsfrage
Für uns als IT-Dienstleister ist das der spannendere Teil. Jedes dieser Programme enthält Code, der fremde Dateien einliest: PSD, RAW, PDF, DOCX, Videocontainer. Solche Parser gehören seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Angriffsflächen, weil eine präparierte Datei genügt. Hier wurden sie in wenigen Tagen komplett neu geschrieben, überwiegend von einer KI, und noch von niemandem unabhängig geprüft.
Rust nimmt dabei einen Teil des Risikos heraus, weil typische Speicherfehler wie Pufferüberläufe konstruktionsbedingt wegfallen. Logikfehler, fehlerhafte Rechteprüfungen oder Schwächen in der Verschlüsselung von PDF-Dateien verhindert die Sprache nicht. Das Misstrauen ist in der Branche verbreitet: In einer Umfrage des Analyseanbieters Sonar aus diesem Jahr gaben 96 Prozent von 1.100 befragten Entwicklern an, KI-generiertem Code nicht vollständig zu vertrauen.
Positiv ist, dass der Code offen liegt, das Projekt einen Meldeweg für Sicherheitslücken dokumentiert und die Verarbeitung lokal stattfindet, also ohne Cloud-Zwang und ohne Konto. Trotzdem gilt: Software in diesem Stadium gehört nicht auf den Rechner, auf dem die Buchhaltung läuft. Wie schnell sich KI-Werkzeuge auch gegen ihre Nutzer wenden lassen, haben wir im Beitrag über KI-Agenten als Angriffswerkzeug beschrieben.
Was heißt das für dein Unternehmen?
Unsere Empfehlung in einem Satz: beobachten und ausprobieren ja, umsteigen nein.
| Schritt | Warum | Erledigt |
|---|---|---|
| Bestehende Adobe- und Microsoft-Abos vorerst behalten | die Nachbauten sind noch kein Ersatz für den Arbeitsalltag | □ |
| Nur in einer virtuellen Maschine oder auf einem Testrechner installieren | trennt ungeprüfte Software von Produktivdaten | □ |
| Ausschließlich mit Kopien arbeiten | Alpha-Software kann Dateien beschädigen | □ |
| Ohne Administratorrechte ausführen | begrenzt den Schaden, falls etwas schiefgeht | □ |
| Downloads nur von der Projektseite oder von GitHub beziehen | bei so viel Aufmerksamkeit tauchen schnell Trittbrettfahrer mit präparierten Installern auf | □ |
| Vor dem Test ein aktuelles Backup prüfen | die einzige Versicherung, die im Ernstfall zählt | □ |
| Laufzeit und Kündigungsfrist der eigenen Abos notieren | damit ein späterer Wechsel nicht an einer Frist scheitert | □ |
Wer keine eigene Testumgebung hat: Eine abgeschottete virtuelle Maschine ist dafür ideal, lokal unter Proxmox oder als gemietete Instanz. Beides richten wir im Rahmen unserer Hosted Services ein. Und falls beim Punkt Backup Unsicherheit aufkommt, lohnt ein Blick auf die 3-2-1-Backup-Strategie.
Softwarekosten auf dem Prüfstand?
Wir sehen uns deine Lizenzen und Abos an, zeigen ausgereifte Alternativen und richten eine sichere Testumgebung ein, im Hochtaunuskreis und im Rhein-Main-Gebiet auch vor Ort.
Ausgereifte Alternativen gibt es schon heute
Wer von Abos weg möchte, muss nicht auf ArtCraft warten. Für fast jede Aufgabe gibt es seit Jahren Software, die im Alltag stabil läuft.
| Aufgabe | Etablierte Alternative | Anmerkung |
|---|---|---|
| Bildbearbeitung | GIMP, Krita, Affinity | Affinity ist seit Oktober 2025 kostenlos, gehört aber zu Canva und ist nicht quelloffen |
| Vektorgrafik | Inkscape, Affinity | Inkscape arbeitet nativ mit SVG |
| Layout und Satz | Scribus, Affinity | für Flyer, Broschüren und Kataloge |
| Videoschnitt | DaVinci Resolve, Kdenlive | Resolve ist in der Grundversion kostenlos |
| RAW-Entwicklung | darktable, RawTherapee | unterstützen aktuelle Kameraformate |
| Office | LibreOffice, OnlyOffice | lesen und schreiben DOCX, XLSX und PPTX |
Der Haken ist bei allen derselbe, und er trifft ArtCraft genauso: Wer täglich Dateien mit Agenturen, Druckereien oder Kunden austauscht, die Adobe verwenden, zahlt den Umstieg mit Reibungsverlusten. Genau diese Abhängigkeit vom Dateiformat ist der Grund, warum Adobe trotz aller Kritik im dritten Geschäftsquartal 2026 einen Rekordumsatz von 6,76 Milliarden US-Dollar gemeldet hat.
Ist Software jetzt am Ende?
Thomas selbst zieht aus seinem Projekt einen weitreichenden Schluss. Software sei vorbei, sagt er, kostenlose und nahezu identische Open-Source-Versionen beliebter Bezahlprogramme würden bald zum Normalfall. Sein Projekt versteht er als Protest gegen Abo-Zwänge und die schleichende Verschlechterung etablierter Produkte.
Wir halten die Beobachtung für richtig und den Schluss für verfrüht. Richtig ist: Eine Oberfläche mit Hunderten von Funktionen nachzubauen, kostet heute Tage statt Jahre. Das hat ArtCraft eindrucksvoll gezeigt, und es wird den Preisdruck auf Softwarehersteller erhöhen. Was die Demonstration nicht zeigt, sind die letzten zwanzig Prozent, die ein Werkzeug von einer Machbarkeitsstudie unterscheiden: Stabilität über Jahre, verlässliche Dateikompatibilität, Farbverbindlichkeit im Druck, Sicherheitsupdates, Support. Genau dort sind die ersten Tester hängen geblieben.
Für Unternehmen verschiebt sich damit die Frage. Sie lautet künftig weniger, ob es eine Alternative gibt, sondern wer für sie geradesteht, wenn etwas nicht funktioniert.
Fazit
ArtCraft ist die bisher eindrucksvollste Demonstration dessen, was KI-gestützte Softwareentwicklung leisten kann, und zugleich ein gutes Beispiel für ihre Grenzen. Die Programme existieren, sie sind frei und sie entwickeln sich schnell. Produktiv einsetzbar sind sie Mitte Oktober 2026 nicht.
Behalte das Projekt im Auge, probiere es in einer abgeschotteten Umgebung aus, und kündige kein Abo, bevor der Ersatz in deinem Arbeitsablauf bewiesen hat, dass er trägt. Wer heute schon Kosten senken will, findet bei den etablierten freien Programmen die verlässlichere Antwort. Wir schauen in einigen Monaten erneut hin und berichten, was aus dem Versprechen geworden ist.
FAQ
Was ist ArtCraft?
ArtCraft ist ein Open-Source-Projekt des Entwicklers Brandon Thomas. Es umfasst ein KI-Studio für Bilder und Videos und seit Ende September 2026 die Craft Apps, kostenlose Nachbauten bekannter Programme von Adobe, Microsoft, Avid und Autodesk.
Ist ArtCraft wirklich kostenlos?
Ja. Die Craft Apps stehen unter den Lizenzen MIT und Apache 2.0 und dürfen kostenlos genutzt werden, auch gewerblich und ohne Konto. Kostenpflichtig sind nur die optionalen KI-Funktionen zur Bild- und Videoerzeugung, die über Tokens abgerechnet werden.
Kann ich mein Adobe-Abo jetzt kündigen?
Davon raten wir ab. Die Programme sind laut Hersteller frühe Alpha-Versionen, und erste Tests zeigen Fehler in Grundfunktionen. Für die tägliche professionelle Arbeit sind sie noch nicht geeignet.
Kann PhotoCraft meine PSD-Dateien öffnen?
PhotoCraft liest und schreibt die Photoshop-Formate PSD und PSB einschließlich der Ebenen. Nach Angaben des Projekts werden 307 von 309 Testdateien identisch dargestellt. Verlassen solltest du dich darauf noch nicht, arbeite nur mit Kopien.
Auf welchen Betriebssystemen läuft ArtCraft?
Die Craft Apps laufen nativ unter Windows, macOS und Linux, einzelne zusätzlich unter FreeBSD. Über WebAssembly lassen sie sich außerdem im Browser nutzen.
Ist es legal, Adobe-Programme nachzubauen?
Die Funktionen eines Programms eigenständig nachzubauen ist nach europäischer Rechtsprechung grundsätzlich zulässig. Offen ist, ob die sehr ähnlichen Oberflächen Schutzrechte berühren. Unabhängig geprüft wurde das bisher nicht, rechtliche Schritte von Adobe oder Microsoft sind nicht bekannt.
Ist KI-generierte Software sicher?
Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Bei ArtCraft wurden in sehr kurzer Zeit viele Dateiparser neu geschrieben, die noch niemand unabhängig geprüft hat. Solange das so ist, gehört die Software in eine Testumgebung und nicht auf Rechner mit sensiblen Daten.
Quellen
- ArtCraft, Projektseite und Liste der Craft Apps, getartcraft.com, abgerufen 13.10.2026
- GitHub, Organisation storytold: Repositories, Lizenzen, Erstelldaten und Sterne, github.com/storytold, abgerufen 13.10.2026
- GitHub, README von PhotoCraft mit Funktionsumfang, bekannten Lücken und Lizenz, abgerufen 13.10.2026
- US-Justizministerium, Pressemitteilung zum Vergleich mit Adobe über 150 Millionen US-Dollar, justice.gov, 13.03.2026
- LinuxNews.de, „ArtCraft: Mit KI gegen Adobe, Microsoft und das Geschäftsmodell proprietärer Software“, abgerufen 13.10.2026
- WinFuture, „Freie Kopien von Office & Co per KI-Reverse-Engineering gebaut“, abgerufen 13.10.2026
- Borncity, „ArtCraft: Sieben kostenlose Kreativprogramme sollen Adobe Konkurrenz machen“, abgerufen 13.10.2026
- it-daily.net, „Artcraft: Entwickler baut Adobe-Alternativen mit KI“, abgerufen 13.10.2026
- CineD, „ArtCraft Releases Free Open-Source Adobe Alternatives“, abgerufen 13.10.2026
- GIGAZINE, Überblick über die Craft Apps und ihre Funktionen, 05.10.2026
- tbreak, „ArtCraft: Free Open Source Adobe Alternatives Built With AI“, abgerufen 13.10.2026
- Anthony Morganti, „I Tried the Free Photoshop and Lightroom Clones“, Praxistest LightCraft, abgerufen 13.10.2026
- BigGo Finance, Berichte zur Hacker-News-Diskussion und zur Marktlage, abgerufen 13.10.2026
- The Open Letter, „Artcraft Releases Free AI-Built Clones Of Seven Adobe Apps“, abgerufen 13.10.2026