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Glasfaser kommt in immer mehr Haushalten und Büros an, und mit dem Anschlusstermin kommt regelmäßig dieselbe Frage: Läuft meine FritzBox daran weiter, oder brauche ich ein neues Gerät? Die Antwort hängt weniger am Router als an der Anschlussart, die bei Ihnen verbaut wird. Dieser Beitrag klärt den Unterschied, zeigt beide Anschlusswege und geht die Fehler durch, die wir bei Kundeneinsätzen am häufigsten sehen.
Welche der aktuellen Boxen für welchen Anschluss gedacht ist und was davon überhaupt lieferbar ist, steht ausführlich in unserer Kaufberatung zur neuen Fritzbox-Generation. Hier geht es um das, was danach kommt: anschließen und zum Laufen bringen.
Glasfaser ist nicht gleich Glasfaser
Bevor Sie irgendetwas kaufen, sollten Sie wissen, wo die Glasfaser bei Ihnen tatsächlich endet. Das allein entscheidet über die benötigte Hardware.
| Kürzel | Die Faser endet | Ab dort | Was Sie brauchen |
|---|---|---|---|
| FTTH Fiber to the Home | in Ihrer Wohnung, am Glasfaser-Teilnehmeranschluss (GF-TA) | nichts, das ist der Endpunkt | FritzBox mit Glasfasermodem oder vorhandene Box hinter einem ONT |
| FTTB Fiber to the Building | im Hausanschlussraum | meist VDSL über Kupfer | klassische DSL-FritzBox |
| FTTC Fiber to the Curb | am Verteilerkasten an der Straße | VDSL über Kupfer | klassische DSL-FritzBox |
Nur FTTH ist der Fall, in dem Sie über Glasfaser-Hardware nachdenken müssen. Bei FTTB und FTTC wird zwar mit Glasfaser geworben, in Ihrer Wohnung kommt aber Kupfer an, und eine vorhandene DSL-FritzBox bleibt genau richtig.
So finden Sie heraus, was bei Ihnen liegt
- In der Wohnung hängt eine kleine Dose mit Glasfaserbuchse statt einer TAE-Dose: FTTH.
- Der Anbieter liefert ein separates Kästchen mit der Bezeichnung ONT, Glasfasermodem oder NT: FTTH.
- Es gibt nur eine TAE- oder RJ45-Dose und der Tarif heißt trotzdem Glasfaser: fast immer FTTB oder FTTC.
- Im Zweifel steht die Anschlussart in der Auftragsbestätigung. Fragen Sie beim Anbieter nach, bevor Sie Hardware bestellen.
Weg A: FritzBox mit eingebautem Glasfasermodem
Der aufgeräumteste Weg: ein Gerät statt zwei, ein Netzteil weniger, eine Fehlerquelle weniger. Die Faser geht direkt in die Box, dort steckt ein SFP-Modul, das auf das Übertragungsverfahren Ihres Anbieters passt.
Lieferbar sind derzeit die FritzBox 5690 Pro und die FritzBox 5690. Die Pro-Variante beherrscht zusätzlich DSL und ist die richtige Wahl, wenn der Anschlusswechsel erst noch ansteht oder Sie eine Rückfallebene wollen. Die älteren 5590 Fiber und 5530 Fiber sind weiterhin im Umlauf und technisch in Ordnung, gehören aber zur Vorgängergeneration ohne Wi-Fi 7.
FRITZ!Box 5690 Pro
- Glasfasermodem eingebaut, kein separates ONT nötig
- Beherrscht zusätzlich DSL, überlebt also einen Anschlusswechsel
- Wi-Fi 7 inklusive 6-GHz-Band
- Teurer als die Variante ohne DSL
- SFP-Modul muss zum Verfahren des Anbieters passen
Weg B: Vorhandene FritzBox hinter einem ONT
Sie haben eine 7590, 7530 oder ein anderes DSL-Modell und wollen es behalten? Das geht, solange der Anbieter ein ONT bereitstellt. Das Gerät wandelt das optische Signal in Ethernet um, danach ist es für die FritzBox ein ganz normaler Internetzugang über LAN.
Einrichtung in fünf Schritten
- LAN-Ausgang des ONT mit dem WAN-Port der FritzBox verbinden. Bei Modellen ohne eigenen WAN-Port ist das LAN 1.
- Oberfläche unter
http://fritz.boxöffnen. - Internet → Zugangsdaten aufrufen.
- Als Anbieter Weitere Internetanbieter und als Anschluss Vorhandener Zugang über LAN wählen.
- Zugangsdaten und, falls der Anbieter das verlangt, die VLAN-ID eintragen.
Internetzugang: Vorhandener Zugang über LAN
Zugangsart: PPPoE oder DHCP (anbieterabhängig)
VLAN-ID: anbieterabhängig, bei der Telekom üblicherweise 7
Geschwindigkeit: dem gebuchten Tarif entsprechend eintragen
Eine Einschränkung sollten Sie kennen: Ältere FritzBox-Modelle haben Gigabit-LAN-Ports. Bei einem 1000er-Tarif ist das genau passend, bei einem 2000er-Tarif verschenken Sie die Hälfte. Wer einen schnelleren Anschluss bucht, fährt mit einer Box mit eingebautem Glasfasermodem besser.
Die fünf häufigsten Stolperfallen
- Falsches SFP-Modul. Die Glasfaserboxen werden mit einem Modul für ein bestimmtes Verfahren ausgeliefert, in der Regel GPON. Nutzt Ihr Anbieter AON oder XGS-PON, brauchen Sie ein anderes Modul. Das ist der mit Abstand häufigste Grund, warum eine korrekt konfigurierte Box keine Verbindung bekommt.
- VLAN-ID vergessen. Zugangsdaten stimmen, Kabel steckt, trotzdem keine Verbindung. In neun von zehn Fällen fehlt die VLAN-ID.
- PPPoE oder DHCP verwechselt. Manche Anbieter authentifizieren über Zugangsdaten, andere schalten den Anschluss anhand der Leitung frei und vergeben die Adresse per DHCP. Beides funktioniert, aber nur das jeweils richtige.
- Doppeltes NAT. Wenn der Anbieter-Router stehen bleibt und die FritzBox dahinter hängt, übersetzen zwei Geräte Adressen. Portfreigaben, VPN-Einwahl und DynDNS arbeiten dann nicht mehr zuverlässig. Den Anbieter-Router in den Bridge-Modus versetzen oder ganz ersetzen.
- Zugangsdaten zu spät angefordert. Die Routerfreiheit gibt Ihnen einen Anspruch darauf, aber nicht immer liegen die Daten am Schalttag schon vor. Fragen Sie rechtzeitig vor dem Termin an.
Das Licht in einer aktiven Glasfaser liegt im Infrarotbereich und ist unsichtbar. Die Netzhaut nimmt es trotzdem auf. Halten Sie ein offenes Faserende nie ans Auge und lassen Sie die Schutzkappen bis zum Stecken auf. Achten Sie außerdem auf den Biegeradius: Ein geknicktes Patchkabel ist dauerhaft beschädigt, auch wenn man ihm nichts ansieht.
Checkliste vor dem Anschlusstermin
| Punkt | Warum | Erledigt |
|---|---|---|
| Anschlussart schriftlich bestätigt (FTTH, FTTB, FTTC) | entscheidet über die gesamte Hardwarefrage | □ |
| Übertragungsverfahren erfragt (GPON, AON, XGS-PON) | bestimmt das passende SFP-Modul | □ |
| Zugangsdaten und VLAN-ID angefordert | ohne die steht der Anschluss still | □ |
| Stellt der Anbieter einen ONT, und bleibt er Eigentum des Anbieters? | klärt, ob Weg A oder Weg B überhaupt möglich ist | □ |
| Stromanschluss am GF-TA vorhanden | der ONT braucht dauerhaft Strom | □ |
| Platz und Belüftung am Aufstellort geprüft | Glasfaser lässt sich nicht beliebig verlängern | □ |
Glasfaseranschluss steht an?
Wir übernehmen Anschlussklärung, Routerwahl und Einrichtung – im Hochtaunuskreis und im Rhein-Main-Gebiet auch vor Ort.
Fazit
Die entscheidende Frage lautet nicht, welche FritzBox die beste ist, sondern wo Ihre Glasfaser endet. Bei FTTB und FTTC bleibt alles beim Alten. Bei echtem FTTH haben Sie die Wahl zwischen einer Box mit eingebautem Modem, die weniger Geräte und weniger Fehlerquellen bedeutet, und dem Weiterbetrieb Ihrer vorhandenen Box hinter einem ONT, was bis etwa 1 Gigabit gut funktioniert.
Klären Sie vor dem Termin Anschlussart, Übertragungsverfahren, Zugangsdaten und VLAN-ID. Diese vier Angaben ersparen Ihnen den Großteil der Einrichtungsprobleme, zu denen wir gerufen werden.